Hallo Onkelz-Fans,
es ist Zeit, zwei echte Institutionen im “Reich der Onkelz” nicht nur zu würdigen, sondern leider auch zu verabschieden. Ralf Werner und der legendäre BOSC-Bus sagen “Tschüss”.
Er ist nach all den Jahren fast schon mehr eine Marke als ein Verein: Der BOSC! Und mit ihm ihr all die Jahre unersetzliche Präsident: Die Seele des BOSC war seit Mitte ´97 Ralf Werner, den statistisch inzwischen jeder Onkelzfan zweimal in seinem Fanleben auf Konzerten, Partys oder Clubveranstaltungen gesehen haben. Denn Ralf war seit der VIVA LOS TIOZ-Tour ´98 auf jedem einzelnen Onkelz-Konzert zusammen mit dem BOSC-Bus vor Ort. So engagiert, präsent und stets offen Ralf all die Jahre war, wird er auch mit jedem mindestens einmal gesprochen haben. Zumindest hätte jeder die Möglichkeit gehabt, denn Ralf war der Kitt, der den BOSC zusammen gehalten hat und war jedem Onkelzfan – ob Mitglied oder nicht, ob Neuling oder Althauer – immer ein Ansprechpartner für alle Belange. Ob Backstageführungen auf den Touren, der Organisation der Onkelz-typischen Dauerautogrammstunden, Fußball- und Kickerturnieren, der Redaktion der legendären BOSC-Fanzines – Ralf Werner war der Mittler zwischen den Welten und für diese Aufgabe auch wie geschaffen. Rund 30 Veranstaltungen (wer erinnert sich nicht mehr an die BOSC-Party in Königstein ´97, an Frankfurt 2001 mit der exklusiven Onkelz-Show oder das Kickerturnier 2007?) hat der BOSC unter fränkischer Ägide durchgeführt und hat dabei zusammen gebracht, was zusammen gehörte. Als e.V. natürlich mit dem Blick auf das fanfreundliche Gesamtpaket, ohne den Zwang, möglichst viel Kohle aus allen Besuchern rauspressen zu müssen. Kein Zweifel: Mit Ralf verlässt eine echte Institution das Boot, die die Geschichte der Onkelz auf seiner Ebene zweifelsfrei mitgeprägt hat und das wird einen merklichen Einschnitt bedeuten. Was sich wie ein Nachruf anhört ist nur eine noch nüchterne Bestandsaufnahme, denn Ralf ist zum Glück kerngesund und wird vielen von euch sicher noch in neuer Funktion auf Konzerten wieder begegnen, keine Bange.
Mit Beginn des neuen Jahres endete nun also eine stattliche, mehr als 15 Jahre währende Ära, denn der BOSC wird fortan ohne Ralf weiter bestehen. Klar ist: Die Leerstelle, die an der Spitze der Clubs damit entstanden ist, wird nicht von einer einzelnen Person gefüllt werden können, sondern nur durch eine Gruppe engagierter Mitglieder und Fans. Wir wollen die Last auf mehrere ehrenamtliche Schultern verteilen, denn alleine ist ein Club mit inzwischen ca.8000 Mitgliedern kaum am Laufen und lebendig zu halten.
Man kann es ja schlecht leugnen: Je länger der Lausitzring zurück liegt, je länger die Onkelz als Band nicht mehr bestehen, desto schwerer wurde es, dem BOSC die Aufmerksamkeit zu verschaffen, die ihm eigentlich gebührte. Natürlich gab es noch einen ganzen Haufen cooler Veranstaltungen mit euch und für euch. Aber die Luft war ein bisschen raus und das lag vor allem daran, dass die Onkelz selbst alle mit sich selbst beschäftigt waren, auch wenn alle natürlich immer gerne für euch auf den BOSC-Veranstaltungen zur Verfügung standen. Aber das Alleinstellungsmerkmal des BOSC gegenüber den restlichen Onkelz-Veranstaltungen der Republik sind eben die vier Jungs selbst und wenn die in alle Welt verstreut sind, hat es jeder Fanclub schwer. Also: Es wird mal wieder Zeit für einen Neustart. Wir wünschen uns künftig mehr Veranstaltungen, mehr Clubleben. Die Frage an euch: Gibt es jemanden aus eurer Mitte, der gerne in den Vorstand des “neuen” BOSC aufsteigen möchte? Gesucht werden engagierte Onkelzfans, die sich mit der Durchführung von Veranstaltungen auskennen, ein Gespür für die Themen der Onkelzfanszene haben und natürlich Bock haben, sich um die Belange der Mitglieder zu kümmern. Dass das fast genau so viel mit Verwaltung und Planung wie mit Rock´n´Roll zu tun hat wollen wir nicht verschweigen, aber es dürfte trotzdem ein Heidenspaß in einem interessanten Team werden. Und: Es dient der guten Sache, denn wie wir alle nicht erst im Jahr 8 nach Vaya Con Tioz erkannt haben: Die Onkelz sind immer noch so groß wie eh und je und es kommen immer noch junge Fans hinterher. Wer also glaubt, in den Bereichen Veranstaltungen, Buchhaltung, Fanpost oder Mitgliederverwaltung ehrenamtlich einbringen zu können, sollte schleunigst mit uns unter bosc@onkelz-server.de aufnehmen. Wir freuen uns sehr auf euch, denn – das ist uns klar – der BOSC ist zu wichtig, um einfach abgewickelt zu werden.
War noch was? Ja, genau… Der Bus. Wer kennt ihn nicht? Okay, rethorische Frage. JEDER kennt den BOSC-Bus, dieses Ungetüm in schwarz, dieser charmante, unaufdringliche Begleiter der Band und der Fans. Treffpunkt, rollendes Museum, Fankneipe, Roadhome – 1998 konnten wir den Bus aus den gierigen Klauen der Berliner Verkehrsbetriebe entfernen, für die er vorher 16 Jahre lang auf den Straßen der Hauptstadt gebuckelt hatte. Viele dachten jahrelang, das Ding wäre der offizielle Bandbus, dabei war er viel mehr. Identitätsstiftendes Unikum, wollen wir es nennen. Denn wer hat sich nicht gefreut, als das Schätzchen mal unverhofft an ihm vorbei rollte? Na also. Nach rund 100.000 Kilometern im Dienste des BOSC und der Onkelz steht er jetzt zum Verkauf und könnte der Bus Geschichten erzählen, dürfte er unbezahlbar sein. Leider kann er das nicht und kann von uns auch nicht mehr für seine ihm zugedachten Zwecke eingesetzt werden: Der TÜV ist Ende 2012 abgelaufen und deshalb taugt der alte Herr nicht mehr dazu, von Veranstaltung zu Veranstaltung zu gondeln. Wir würden ihn also gerne in liebevolle Hände abgeben und ihn in den so verdienten Ruhestand schicken. Oder will ihn vielleicht doch noch mal jemand durch den TÜV jagen? Papiere, Prüfbuch und Co. sind natürlich vorhanden, aber viel wichtiger für den Käufer dürfte sein: Die Inneneinrichtung mit diversen Schätzchen bleibt weitgehend drin, seinen unverwechselbaren Charme behält der Bolide also auch innenarchitektonisch bei. Das Teil lebt, so viel steht fest. Wer sich dafür interessiert, unserem Freund ein neues Zuhause zu bieten, meldet sich bitte ebenfalls unter bosc@onkelz-server.de. Der Bus müsste mit allen anfallenden Kosten an seinem Standplatz bei Ralf abgeholt werden.
Puh, ein großer Umbruch. Packen wir es an.